Jahreszeiten im Fjäll
Ein kleiner und blöder Witz vorweg:
Nachdem der Austauschstudent, der ein Jahr an einer schwedischen Universität studiert hat, in sein südländisches Heimatland zurückgekommen ist, wird er von seinen Bekannten gefragt, ob er gefroren habe dort im hohen Norden. Er antwortet: Naja, ich war ja nur im Winter dort. Der grüne Winter ging ja noch, aber der weiße Winter, der hatte es in sich!
Allgemein
Das Klima im norwegischen Fjell und im schwedischen Fjäll starken Schwankungen unterworfen, um es kurz auszudrücken: Im Sommer ist es wärmer als im Winter, im Winter ist es kälter als im Sommer. So schlimm wie in dem obigen Witz ist es aber ganz bestimmt nicht. Im Sommer besteht durchaus die Chance auf Sonnenschein und warme Temperaturen.
Vorbemerkung
Dieser Text gilt nur für die bergigen Teile Norwegens und Schwedens, nicht aber etwa für das schwedische Flachland. Auch in "Fjordnorwegen" an der Küste herrscht gänzlich anderes Klima als nur wenige Kilometer landeinwärts, also um die kleinere Ecke, die vielen Wanderen am Herzen liegt: das Fjäll oder Fjell, im Binnenland Südnorwegens und entlang der schwedisch-norwegischen Grenze im Norden der beiden Länder. Ursprung der Beschreibungen ist hauptsächlich der nördlichere Teil des Fjälls. Die südlicheren Gebiete zeichnen sich durch ein gering kürzeren Winter aus sowie einen geringfügig längeren Sommer.
Ein Jahr im Fjäll
Dezember und Januar (Skitouren)
Es ist dunkel... Man kann jetzt in den wenigen Stunden Tageslicht bei Eiseskälte im Pulverschnee umhergehen. Es liegt genügend Schnee, aber das Eis auf Seen und insbesondere auf Flüssen ist eventuell noch nicht tragfähig.
Februar (Skitouren)
Es ist nicht mehr so dunkel und es liegt mehr Schnee, der auch ein wenig fester geworden ist. So langsam kommt auch die Skisaison in Gange, Hüttenwarte besiedeln die Hütten und vereinzelt trifft man auf wenige Skifahrer. Jedoch kann es immer noch sehr kalt werden!
März (Skitouren)
Nun beginnt die allgemeine Saison. Es kann in diesem Monat noch kalt werden, aber auch Schneestürme mit Regenfall sind nicht allzu unwahrscheinlich. Dieser Monat ist ein beliebter Monat für Wintertouren!
April (Skitouren)
Dieser Monat bietet einen idealen Mix aus Sonnenschein und Schneeverhältnissen. Leider liegt häufig Ostern in diesem Monat und dann ist es mit der Ruhe im Fjäll aus.
Mai und erste Junihälfte (??? besser nicht machen)
In den Tälern beginnt nun der Frühling - der Schnee schmilzt. Das Fjäll hat nun ein paar Wochen vor sich, in denen es selten von Besuchern gestört wird. Das hat seine Gründe: Skitouren, in denen man bis zum Bauch in eiskaltem Wasser unter der sengenden Mitternachtssonne steht - Wanderungen, auf denen man bei Schneestürmen in Hütten friert. Wer nicht genau weiß, was diese Zeit zu bieten hat, sollte den Urlaub verschieben.
Ende Juni und erste Julihälfte (Wandern)
Es liegt noch viel Schnee, aber nicht mehr ausreichend zum Skifahren. Jetzt ist die Zeit der Mitternachtssonne.
Mitte Juli bis Ende August (Wandern)
Dies ist die Hauptsaison für Trekkingtouren. Entsprechend überfüllt sind Hütten und Wanderwege. Wer dennoch wandern geht, hat sich eine nette Zeit ausgesucht, in der die Chancen gut stehen, ein paar Tage Sonne zu erleben, oder eben auch wochenlanger Regen.
Ende August bis Mitte September (Wandern)
Mit dem Ende der schwedischen Schulferien (das ist gleichzeitig für die meisten Schweden auch das gefühlte Ende des Sommers, selbst in Südschweden, wo der der Sommer durchaus noch anhält) nimmt auch die Anzahl der Wanderer ab. Es beginnt der Herbst und "tyskarnas tid". Die Nächte werden kälter, die Luft klarer und die Blätter der Birken und andere Fjällgewächse verfärben sich.
Mitte September und erste Oktoberhälfte (Wandern)
Die Wandersaison ist offiziell nun beendet - aber noch ein paar Wochen kann man im ersten Schnee wandern gehen, allerdings sollte ein warmer Schlafsack im Gepäck nicht fehlen, denn die Temperaturen können durchaus die -20Grad-Marke kratzen.
Ende Oktober und November (??? nach Situation)
In diesem Monat kommt es auf die Situation an. Eine schneebedeckte Oberfläche wechselt sich mit vereisten Wegen und Regen und Stürmen ab. Dies ist also auch eher keine Zeit zum angenehmen Fjällwandern.