Anstrengende Bergtour mit viel Schnee im August
Auch den Sommer, beziehungsweise den Herbst wollte ich im Fjäll verbringen
und so fuhr ich erneut stundenlang Bahn, um in Abisko lozuwandern. Mein Weg
führte mich mehrere Wochen lang über Berge, unter anderen auch dem
Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens, zurück nach Abisko. Dabei hatte ich
zwar sehr schönes, aber kaltes Wetter. Mehrere Male wachte ich von Neuschnee
umgeben auf und gegen Ende blieb der Schnee sogar liegen. Trotzdem muss man
alles in allem das Wetter wohl als sehr gut bezeichnen.
Die erste Etappe war die bergigste. Mehrere Berge habe ich unterwegs
bestiegen und viele hohe Pässe habe ich überquert.
Gleich von Abisko aus bestieg ich am ersten Tag einen Berg. Dann ging ich
zum Mårmapass. Von diesem Pass hat man eine tolle Aussicht auf den
gleichnamigen riesigen Gletscher. Beim Abstieg setzte starker Schneefall
und später starker Regen ein und nach viel mehr Zeit als erwartet kam ich
endlich klatschnass im Vistas-Tal an. Hier leistete ich mir eine warme
Hütte und dort traf ich sofort mehrere bekannte Leute. Wir hatten den
Abend viel Spaß und auch noch eine warme Nacht und einen lustigen Aufbruch
in verschiedene Richtungen. Für mich ging es mitten über die Berge zum
Kebnekaise, während sich die anderen durch das Tal kämpften.
Auf meinem Weg mußte ich einen Gletscher überqueren. Durch den Schnee war
das sehr einfach, trotzdem war ich froh, wieder auf Stein zu stehen. Der
Rest des Weges hatte es in sich. Meterhohe Blöcke lagen dort, wo ich
eigentlich gehen wollte, doch nach der nächsten Nacht schien die Sonne
und es wurde recht warm. Das Wetter schien stabil und so konnte ich wie
geplant den Kebnekaise besteigen. Das war auch sehr schön.
Nach der erfolgreichen Besteigung kehrte ich ins Tal zurück, denn ich
wollte einkaufen gehen und mich für die nächsten Wochen auszustatten.
Danach kehrte ich zurück und auch das Wetter blieb so gut. Mehrere Tage
Sonne und Wärme! Das ist selten. Aber dann wurde es erneut sehr kalt.
Nach einer Dusche in Ritsem fuhr ich mit dem Schiff über den Akkajaure
und verbrachte ein paar Tage dort, bis ich mit kleineren Problemen etwas
früher als geplant wieder das Schiff bestieg und mit dem Bus zum Einkaufen
nach Gällivare fuhr. Ich verbrachte zwei Tage in der Zivilisation,
besuchte eine Bibliothek, und fuhr dann mit dem Bus zurück, um die
Wanderung zurück nach Abisko fortzusetzen. Nun hatte die Herbstfärbung
eingesetzt und gleichzeitig fiel in der ersten Zeltnacht
(bei fast -10°C übrigens) fast ein halber Meter Schnee, der auch hartnäckig
liegenblieb.
Nach ein paar Nächten im Zelt schlief ich eine Nacht in einer Hütte und
traf dort wieder einmal auf alte Bekannte und auch auf neue. Wir unterhielten
uns fast die ganze Nacht und kamen morgens kaum hoch. Am nächsten Morgen
habe ich meinen Wandergeschwindigkeitsrekord gebrochen: 15km in knapp zwei
Stunden, allerdings mit starkem Rückenwind. Der Wind hatte den Schnee stark
verweht und manchmal bin ich tief eingesunken. In höheren Lagen war die
Schneedecke bereits geschlossen, so daß das Wandern sehr lustig war und
viele Überraschungen bot.
Berichte und Fotos von Sommertouren